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Für Einsteiger

Begriffe der Baukalkulation

Die wichtigsten Begriffe rund um Ausschreibung und Kalkulation, kurz und verständlich erklärt.

Von A bis Z

Ein Begriff fehlt? Schreiben Sie uns, wir ergänzen ihn.

Allgemeine Geschäftskosten (AGK)
Kosten des Betriebs, die unabhängig von einer einzelnen Baustelle anfallen, zum Beispiel Büro, Verwaltung, Geschäftsführung und Versicherungen. In der Kalkulation werden sie als Zuschlag auf die Kosten der Baustelle verteilt.
Angebotskalkulation
Kalkulation vor der Abgabe eines Angebots. Sie ermittelt für jede Position des Leistungsverzeichnisses den Einheitspreis. Aus ihr entsteht die Angebotssumme.
Angebotssumme
Summe aller Gesamtpreise eines Angebots. Sie ist der Preis, mit dem ein Bieter in die Wertung geht.
Aufwandswert (Zeitwert, Zeitansatz)
Zeit, die für eine Einheit einer Leistung gebraucht wird, zum Beispiel Stunden je Quadratmeter. Aufwandswert mal Mittellohn ergibt die Lohnkosten je Einheit.
Ausschreibung
Ein Auftraggeber beschreibt eine Leistung und fordert Betriebe auf, ein Angebot abzugeben. Öffentliche Auftraggeber wie Bund, Länder und Gemeinden vergeben Bauaufträge in der Regel über Ausschreibungen.
Baukalkulation
Ermittlung der Kosten und Preise einer Bauleistung. Je nach Zeitpunkt spricht man von Angebotskalkulation (vor der Abgabe), Auftragskalkulation (nach dem Zuschlag), Arbeitskalkulation (während der Ausführung) und Nachkalkulation (nach dem Abschluss).
Baustellengemeinkosten (BGK)
Kosten einer Baustelle, die sich keiner einzelnen Position zuordnen lassen, zum Beispiel Bauleitung, Unterkünfte und Container. Sie werden auf die Positionen umgelegt, soweit das Leistungsverzeichnis dafür keine eigenen Positionen vorsieht.
Bieter
Betrieb, der auf eine Ausschreibung ein Angebot abgibt.
Einheitspreis (EP)
Preis für eine Einheit einer Position, zum Beispiel je Quadratmeter, je Meter oder je Stück. Einheitspreis mal Menge ergibt den Gesamtpreis der Position.
Einzelkosten der Teilleistungen (EKT)
Kosten, die sich einer Position direkt zuordnen lassen: Lohn, Material, Gerät und Leistungen von Nachunternehmern.
Formblätter 221, 222 und 223
Formblätter aus dem Vergabehandbuch des Bundes, mit denen Bieter ihre Preisermittlung offenlegen. 221: Preisermittlung bei Zuschlagskalkulation. 222: Preisermittlung bei Kalkulation über die Endsumme. 223: Aufgliederung der Einheitspreise.
GAEB
Abkürzung für Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen. Im Alltag ist meist das Dateiformat gemeint, in dem Leistungsverzeichnisse zwischen Auftraggeber und Bieter ausgetauscht werden. Eine GAEB-Datei lässt sich in Kalkulationsprogramme einlesen.
Kalkulation über die Endsumme
Verfahren der Kalkulation, bei dem die Gemeinkosten für das einzelne Bauvorhaben eigens ermittelt und dann auf die Einzelkosten umgelegt werden. Gegenstück zur Zuschlagskalkulation.
Kalkulationssoftware
Programm, mit dem ein Betrieb seine Angebote kalkuliert. Es liest Leistungsverzeichnisse ein, verwaltet Stammdaten und rechnet Zuschläge. Die Ansätze für Zeit, Gerät und Material gibt weiterhin eine Fachkraft vor.
Kalkulator (Baukalkulator)
Fachkraft, die die Preise für ein Angebot ermittelt. Ein Kalkulator schätzt für jede Position den Aufwand an Zeit, Gerät und Material und rechnet daraus den Einheitspreis.
KEV
Formblätter für Ausschreibungen von Städten und Gemeinden, nach dem Kommunalen Vergabehandbuch. Wir füllen sie für Sie aus und legen sie dem Angebot bei.
Leistungsverzeichnis (LV)
Liste aller Teilleistungen einer Ausschreibung, gegliedert in Positionen. Jede Position beschreibt eine Leistung mit Menge und Einheit. Der Bieter trägt je Position seinen Einheitspreis ein.
Mittellohn
Durchschnittlicher Lohn je Arbeitsstunde der Beschäftigten, die eine Leistung ausführen. Zusammen mit Sozialkosten und Lohnnebenkosten bildet er die Grundlage für die Lohnkosten in der Kalkulation.
Nachtrag
Forderung nach geänderter oder zusätzlicher Vergütung, wenn sich die Leistung gegenüber dem Vertrag ändert. Die Urkalkulation dient dabei häufig als Grundlage.
Nachunternehmer (Subunternehmer)
Betrieb, der im Auftrag des Auftragnehmers einen Teil der Leistung ausführt.
Position
Einzelne Teilleistung im Leistungsverzeichnis, zum Beispiel 120 Quadratmeter Pflaster verlegen. Jede Position hat eine Menge, eine Einheit und einen Einheitspreis.
Präqualifikation (PQ)
Vorab und unabhängig von einem einzelnen Auftrag geprüfter Nachweis der Eignung. Präqualifizierte Betriebe stehen in einem Verzeichnis und müssen ihre Nachweise nicht bei jeder Ausschreibung einzeln vorlegen.
Submission (Eröffnungstermin, Öffnungstermin)
Termin, an dem die eingegangenen Angebote geöffnet werden. Bis zum Ablauf der Angebotsfrist muss das Angebot bei der Vergabestelle eingegangen sein.
Urkalkulation
Die Kalkulation, auf der ein Angebot beruht. Auftraggeber verlangen sie oft in einem verschlossenen Umschlag. Sie wird herangezogen, wenn später Preise für geänderte oder zusätzliche Leistungen zu ermitteln sind.
Vergabestelle
Stelle des öffentlichen Auftraggebers, die das Vergabeverfahren durchführt und die Angebote entgegennimmt.
VOB
Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Teil A regelt die Vergabe, Teil B die Vertragsbedingungen für die Ausführung, Teil C die technischen Vertragsbedingungen.
Wagnis und Gewinn (W+G)
Zuschlag in der Kalkulation für das unternehmerische Risiko und den angestrebten Gewinn.
Zuschlag
Das Wort hat zwei Bedeutungen. Im Vergabeverfahren ist der Zuschlag die Annahme eines Angebots durch den Auftraggeber, damit kommt der Vertrag zustande. In der Kalkulation ist ein Zuschlag ein Aufschlag in Prozent, zum Beispiel für Gemeinkosten.
Zuschlagskalkulation
Verfahren der Kalkulation, bei dem Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn mit vorab festgelegten Prozentsätzen auf die Einzelkosten aufgeschlagen werden. Gegenstück zur Kalkulation über die Endsumme.

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